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Wer gehört zu Berlin?”

Wohn und- Kulturprojekt Queerer Wagenplatz Kanal von Räumung und Gentrifizierung bedroht

Das Wohn- und Kulturprojekt queere Wagenburg Kanal e.V. ist seit fast 30 Jahren ein soziales und politisches Projekt, das vollständig auf unkommerzieller Ebene funktioniert. Es fördert und unterstützt ein solidarisches, gleichberechtigtes und soziales Zusammenleben von Menschen in der Gesellschaft. Besonders die bestehenden Ungleichheiten aufgrund von Geschlecht, Sexualität, Herkunft, Zugehörigkeiten und unterschiedlichen Lebensgewohnheiten bedrohen dieses Ziel.

Der Kanal trägt auf vielfältige Weise zum Abbau dieser Benachteiligungen bei. Ebenso zu gegenseitigem Verständnis und Akzeptanz abseits von gesellschaftlichen Stigmatisierungen und Kategorisierungen.

Der Kanal ist ein wichtiger Raum für die Durchführung von kostenlosen Bildungs- und Informationsveranstaltungen, informiert über relevante praktische und theoretische Aspekte gesellschaftlicher Diskriminierung, wie z.B. Rassismus, Sexismus, Homo_Trans*_Inter*Diskriminierung, andere Formen der Ausgrenzung und betreibt Aufklärungsarbeit über deren gesellschaftliche Ursachen.

Der DIY-Ansatz (interaktives Kooperationsmodel) und damit die Möglichkeit Veranstaltungen selbst zu organisieren, hat empowernde Effekte für ansonsten häufig marginalisierte Personen. Zudem ermöglicht das nicht kommerzielle Angebot den Zugang unabhängig von Herkunft, Bildungshintergrund und/oder finanziellen Möglichkeiten.

In diesem Rahmen veranstaltete der Wagenplatz Kanal in Kooperation mit verschiedenen Projekten diverse Kunstfestivals mit dem Schwerpunkt Mehrfachdiskriminierung, wie zum Beispiel das Filmfestival Entzaubert (2009-2015) und das QuEAR! Audio Kunst Festival (2011).

Auf praktischer Ebene bietet der “Kanal” u.a. eine Fahradwerkstatt an (2008-heute), in dem neue Fertigkeiten erlernt und direkt praktisch angewendet werden können. Ausserdem fand 2015 das Sissy Baucamp (FLTI Projekt) in Kooperation mit dem Wagenplatz Kanal statt, wo Handwerker_innen aus ganz Europa auf dem Gelände des Wagenplatzes Kanal für drei Wochen zusammen kamen, verschiedenste Bauprojekte zusammen verwirklichten und sich vernetzten.

Zusätzlich treffen sich hier seit Jahren regelmässig unterschiedliche Gruppen, Initiativen und Kunstschaffende, etc, die den Wagenplatz als geschützten Raum für ihre soziale, politische, emanzipatorische, künstlerische und kulturelle Arbeit nutzen.

Das Projekt Kanal e.V. als kultureller und politischer Raum ist unersätzlich Gewinn bringend  für die Stadt Berlin, ihre Projektlandschaft und ihre Bewohner_innen. Wir erwarten von der Stadt Berlin, dass sie Vielfalt nicht nur als Marketingschlagwort benutzt, sondern diese auch real und aktiv fördert. Im Allgemeinen gibt es immer weniger unkommerzielle Strukturen in Berlin und immer mehr soziale Projekte müssen schließen.

Der Verlust der Fläche in der Kiefholzsstraße 74 stellt eine existenzielle Bedrohung dar. Deshalb fordern wir die langfristige Sicherung des Wohn- und Kulturprojekts Kanal e.V. mit einem langfristigen Vertrag zu einem für ein ehrenamtliches Projekt tragbaren Mietpreis.