Roots and riots festival aug 26th – aug 28th

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Roots’n’Riots is a festival happening in Radical Queer Wagenplatz Kanal from the 26 to the 28 of August 2016.

This festival is open for everyone (except for certain workshops /spaces for networking that are WLT*I* BPOC ONLY).

Roots’n’Riots is supposed to be a platform
where WLT*I* BPOC get to know each other, connect and make it possible to organize political resistance together.

We will have film screenings, theater, performances, workshops and spaces for networking.

for more Information check out the festival blog rootsandriots.blogsport.eu.

 

 

Roots’n’Riots, ein Festival das vom 26.-28. August 2016 auf dem Radical Queer Wagenplatz stattfinden wird.

Das Festival ist offen für alle (außer Workshops/Räume für Vernetzung die explizit für FLT*I* BPOC sind)

Roots’n’Riots stellt eine Platform dar, an dem FLT*I* BPoC sich kennenlernen und vernetzen, um weiteren politisch organisierten Widerstand zu ermöglichen.

Angeboten werden Film, Theater, Performance, Workshops und Raum für Vernetzung zu den oben genannten Themen.

Mehr Iformationen gibt es auf dem Festival Blog rootsandriots.blogsport.eu.

Sorry – Workshop got cancelled / wurde abgesagt

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Musik Workshop von Break the Binary

Mit Liebe und Verstand¹

Workshop am 16. & 17. Juli, 12 – 18 Uhr.

Jetzt anmelden: http://www.gendersender.org/anmeldung-neu
Musikalischer Workshop als Möglichkeit der Eigeneflexion und
Selbstheilung innerhalb problematischer Machtsrukturen.

Dieser zwei-tägige Workshop ist ein Angebot, verschiede –ismen sanft und mit Liebe zu verhandeln. Nach einem ersten, respektvollen Kennenlernen, welches von BlackTrans* Rebel und WENDEhals begleitet wird, gibt es die Möglichkeit, miteinander über die Zugänge, Barrieren und Möglichkeiten in der Musik zu kommunizieren. Dabei stehen im Fokus Inhalt, Kontext und Erfahrungen der individuellen Eindrücke unterschiedlicher
Musikgeschichten.
Hierbei sind alle Lebewesen eingeladen, die Musik wertschätzen, keine oder nur selten Zugänge zu Musik haben, und jene, die in heternormativen, homonationalistischen Kontexten ausgeschlossen werden.
Werdet Teil eines temporären Ortes in der Natur, in der Klang und FREEquencies wahrnehmbar sind.

Vorbereitung: Bringt einen/ zwei kleine Gegenstände mit, auf denen ihr Musik macht/ machen wollt. Dies ist kein muss. Gewünscht sind auch eigene, gender fluide Musikstücke, Texte, Vorschläge von Interpreten, die ihr als bestärkend und wichtig empfindet. Diese können eine Woche vor Beginn via Email and Gender Sender gesendet werden, oder als MP3 auf einen Stick mitgebracht werden.

Wir, Break-The-Binary, würden uns freuen, mit Euch in musikalische Kommunikation zu treten. Musik kann unterschiedlich wahrgenommen werden, Und wir freuen uns auf einen gleichwertigen und respektvollen Austausch im Freien.

Wir möchten Lebewesen, die einen erschwerten Zugang zu privaten oder öffentlichen Verkehrsmitteln haben, einen Abholservice anbieten. Bitte gebt bei der Anmeldung an, ob dieser genutzt werden möchte und nennt bitte ebenfalls einen Abholort.

Die Teilnehmenden werden gebeten, sich bei Gender Sender zu registrieren.

¹ (Musikreferenz von Sisters Keepers, 2001)

Multidisciplinary festival orga meeting on mondays 5:30pm

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Radical Queer Wagenplatz Kanal and International Women*’s Space are
planning a multidisciplinary festival in august!
Therefore we would like to invite you to the weekly orga meeting, in order
to talk about details.
Here you can find the call out for more information about the festival
itself.
Where: Kiefholzstr.74,12057 Berlin
When: mondays at 5:30pm

Hope to see many of you!

 

Radical Queer Wagenplatz Kanal und International Women*’s Space planen ein
Multidisziplinäres Festival im August! Daher wollen wir euch gerne zum
wöchentlichen Orga Meeting einladen, um Details zu besprechen. Für mehr
Informationen zum Festival, findet ihr hier nochmal den Aufruf.
Wo: Kiefholzstraße 74, 12057 Berlin
Wann: montags um 17:30 Uhr

Wir hoffen viele von euch zu sehen!

20june, 8pm Druzbar for radical queer wagonplace KANAL

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deutsch unten

 

Starting with vegan Küfa at 8pm. There will be an info corner about the
situation of the project. Later we will show a movie about the Kurdish
women´s movement with space for discussion after. So if u wanna support
the wagonplace, eat good food and drink some amazing vegan cocktails,
come around. All money (food/bar) goes directly to KANAL. So come, bring
your friends, have a nice evening and support an important project.

–>Where? New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz 2A, 10997 Berlin
–>when: Monday 20.06, 8pm
+++Kanal s not a place to deal with any kind of Cultural Appropriation.
So NO tolerance with racism, sexism, Inter*/trans*/homo- Discrimination
and other bullshit! Check your class privilage!+++

 

Ab 8 Uhr gibt es vegane KüfA. Später zeigen wir einen Film über die Kurdische Frauenbewegung, mit anschließendem Raum für Diskussion. Außerdem gibt es die ganze Zeit über einen Info-Tisch zur aktuellen Situation des Wagenplatzes.

Wenn ihr also das Projekt Kanal unterstützen wollt, was leckeres essen und großartige vegane Cocktails trinken, kommt vorbei und bringt noch ein paar Freunde mit. Alle Einnahmen gehen direkt an den Kanal.

–>Wo? New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz 2A, 10997 Berlin
–>Wann: Montag 20.06, 20 Uhr
+++Kanal ist kein Ort für Kulturelle Aneignung. Keine Toleranz für Rassismus, Sexismus, Inter*/trans*/homo- Diskriminierung und anderen Müll! Check dein Klassenprivileg!+++

 

Call out Orga meeting Multidisciplinary Festival August 2016

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deutsch unten

 

Radical Queer Wagenplatz Kanal and International Women* Space are two self-organized FLT*I* groups that organize a multi-disciplinary festival in August 2016 and need you and your ideas. These two BPoC dominant groups are focusing on political empowerment and
self-organization of FLT*I * and FLT*I*-non-Citizen, who are affected by racism, classism, state nationalism, sexism and homo-, trans*-, inter*-discriminations. We are trying to create a network that builds radical politics in all aspects against the concept of states, patriarchy, capital and normativity.

Our multidisciplinary festival is supposed to be a platform, in which marginalized and radical-political art should find an uncompromisable access to an ignorant society. In addition, the Festival is a place where FLT*I* BPoC get to know each other, connect and make it possible to organize political resistance together.

We want to build an organizing team in which mainly FLT*I* BPoC are addressed, who are affected by one or more above mentioned discriminations, together with the Radical Queer Wagenplatz Kanal and the International women* space. We want to organize a two day festival, with film, theater, performances, spoken-word, workshops and spaces for
networking about the topics above. The festival will open with a demonstration from Oranienplatz, which is a political place that has become a symbol of the resistance through the refugee movement in the last four years, to Radical Queer Wagenplatz Kanal, where the festival will take place.

Here are the already existing orga-groups:
infrastructure
catering
sleeping spaces
technique
content / workshops
accessibility
demo
party
finances

If you are interested to come to the first meeting, send us an email to kanal@squat.net

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Aufruf Orga-Treffen Multi disziplinäres Festival August 2016

Radical Queer Wagenplatz Kanal und International Women* Space sind zwei selbstorganisierte FLT*I*-Gruppen, die für August 2016 ein multi-disziplinäres Festival organisieren und euch und eure Ideen dabei haben wollen. Diese zwei BPoC-dominanten Gruppen fokussieren sich auf politisches Empowerment und Selbstorganisierung von FLT*I* und FLT*I*-non-Citizen, die von Rassismus, Klassismus, Staatnationalismus,
Sexismus und Homo-, Trans*-, Inter*-Diskriminierungen betroffen sind. Wir versuchen ein Netzwerk aufzubauen, das eine radikale Politik in allen Hinsichten, insbondere gegen das Konzept von Staaten, Patriachat, Kapital und Normativität aufbaut.

Unser multidisziplinäres Festival stellt eine Platform dar, in der marginalisierte und radikalpolitische Kunst einen kompromislosen Zugang zu einer ignoranten Öffentlichkeit findet. Außerdem soll das Festival ein Ort sein, an dem FLT*I* BPoC sich kennenlernen und vernetzen, um weitere politischen organisierten Widerstand zu ermöglichen.

Wir möchten ein Orga-Team aufbauen in dem vor allem FLT*I* BPoC die von einer oder mehreren, der oben genannten Diskriminierungen betroffen sind, adressiert werden in Begleitung von dem Kanal und dem IWS, um das Festival umzusetzen. Wir stellen uns vor ein zwei-tägiges Festival zu organisieren, in dem Film, Theater, Performance, Spoken-word, Workshops und Raum für Vernetzung zu den oben genannten Themen statt finden. Das Festival beginnt mit einem Marsch vom Oranienplatz, als einen politischen Ort, der in den letzten vier Jahren durch die Refugee-Bewegung zu einem Symbol für den Widerstand geworden ist, zum Radikal Queer Wagenplatz Kanal, wo das Festival statt finden wird.

Hier sind die bisher bestehenden Orga-Gruppen:
Infrastruktur
Verpflegung
Schlafplätze
Technik
Inhalte/Workshops
Accessibilty
Demo
Party
Finanzen

Falls ihr Interesse habt zum ersten Treffen zu kommen, schreibt uns doch eine Mail an kanal@squat.net

DEMO 8.3.16 – International Women’s Day / Internationaler Frauentag – Wir nehmen uns die Macht zurück!

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8-maerz-3

We take the power back!

As women* we are determined to lead the fight from the front. Patriarchy is the foundation of the imperialist and capitalist system, which exists on the basis of white male domination. We are women* who resist this order of exploitation and oppression.

As women* who experience war, who flee, who are in exile or migrate, we resist physical and psychological exploitation and humiliation. Refugee women* arriving in Europe, face a fascist asylum system that forces them into lagers, which provide no privacy but at the same time isolates them. This again exposes women* to all forms of violence in the private and public sphere.

Sexism is not imported to the fake democracies of the west. Women* who are brought up in these „democracies“ are also actors in their own states’ logic of war, colonialism and exploitation. These women* agree to this logic, they promote racist propaganda and profit from it.

We won’t allow for divisions, and won’t participate in the evil game of dividing  sexism, inter-trans-homo discrimination, racism, classism, antiromaism, anti-muslim racism, and ableism. We will not divide ourselves!

The women* in Rojava are a good example of women* who fight against colonialist and fascist state forces. The kurdish women in the north of Kurdistan (Bakur), are fighting for autonomy and since months they are resisting  the military superiority of armed forces and mercenary soldiers.

Resistance starts when we are in solidarity with each other, defend ourselves and others and fight for freedom on the basis of justice.

We call on women*, especially working class women* (with and without papers), to fight against the capitalist patriarchy and to decide for themselves in all areas of life.

For a society without colonialism and capitalism!

Tuesday 08.03.2016
Demonstration: 15.30 – Kottbusser Tor/Reichenberger Strasse (WLTI* only = WomenLesbianTransInter*)
Rally: 17.00 – O­ranienplatz

KNK (Kurdistan National Kongress) Frauenkomitee in Berlin
SKB: Sosyalist Kadinlar Birligi
IniRomnja
Dest Dan
International Women Space
HDK Berlin(Kadinlar)
Radical Queer Wagenplatz Kanal
Gogo Trash Berlin
Take Back
olgaausdererstenreihe

Em desthilatê şûnde digirin!

Em wek jinan bi biryar in ku di qadên herî pêş de têkoşînê bi rê ve bibin. Bingeha kapîtalîzma emperyalîst xwe dispêre desthilatdariya bavkanî û mêrê spî.

Em wek jinên ji qadên şer mişextbûyî û koçber ji aliyê fîzîkî, psîkolojîk û derûnî ve bi kedxwarî û mêtîngeriyê re rû bi rû ne. Bi taybetî jinên koçber yên digihine Ewropayê ji ber cihekî wan yê mayînê nîne, di kampên ji civaka giştî qutkirî de bi zordarî tên hiştin û bi pergala faşîst ya îltîcayê re rû bi rû ne. Ew jî dibe sedem ku jin di qada giştî û ya taybetî de bi her cureyê şîdetê re rû bi rû bimînin. Cinsiyetperestî parçeyeke ji -qaşo demokrasiya Rojava- ye, ji devereke din nehatiye vir. Ev jinên ku di van demokrasiyan de mezin bûne, wek aktorên hişmendiya şerî û yên kedxwariya dewletên xwe kar dikin. Bi tevlibûna vê hişmendiyê re propagandaya nijadperest belav dikin û ji wê jî sûdê werdigirin. Em destûrê nadin parçebûn û cudabûnan, emê ti carî nebin beşek ji lîstikên dijberiya cinsiyetperest, înter trans-hevzayend, nijadperestî, dijberiya Romanan û dijberiya nijadperest ya li dijî misilmanan. Jinên li Rojavayê Kurdistanê nimûneyên herî baş in ku li dijî hêzên faşîst û mêtînger yên dewletan şer dikin. Jinên li bakurê Kurdistanê jî ji bo xweseriya demokratîk têkoşîneke bêhempa dimeşînin, bi mehan e ku li dijî artêşa Tirk û leşkerên îslamî yên xwefiroş xweparastineke hêzdar û rewa dikin. Ji ber vê ye ku ji aliyê dewleta Tirk ve bi awayekî herî kirêt a cinsiyetperestî ve dibin hedefa êrîşan. Liberxwedan li qadên ku hevkariya me heye û li cihê ku xweparastin û parastina kesên din heye, li ser bingeha edaletê û li cihê ku têkoşîna azadiyê li dar be destpê dike. Em bang li tevahiya jinan dikin; jinên xebatkar û karker, jinên ku bikaxed û bêkaxed kar dikin, ji bo têkoşîna li dijî pergala bavkanî ya kapîtalîzma emperyalîst, ji bo di her qadên jiyanê de em biryara xwe serbixwe bidin, tevli têkoşînê bibin.

Ji bo civakeke bê kedxwarî û bê kapîtalîzmê

08.03.2016
MEŞ:Saet: 15.30 Kottbusser Tor-Reichenber Strasse (bi tenê ji bo FLTI: Jin, lezbiyen, Trans, Inter )
Mîtîng: Saet 17.00 li Orenienplatzê

 

8thmarch-arabictranslation

Preuzmimo Moć

Mi Žene smo preodređene da vodimo borbu iz privih redova. postojaća Patrijarhija se basira na imperialistićki i kapitalistićki sistem, sistem koji se zasniva na muškoj dominaciji bijelog naroda. Mi smo Žene koje su se oduprele protiv te vrste explotazie i opresije.

Mi Žene koje smo doživile rat, koje smo pobegle iz naši domovina, koje smo u exilu ili migrirale odupremo se phisićkoj, psikićkoj i mentalnoj explotaziji i poniženju. Narućito žene izbeglice koje stižu u Evropu suoćavaju se sa rasistićnim Azilsistemom koji te žene smešta u logore, u kojima nemaju privatnost i istovremnu su izolovane time su sve one izložene svim vrstama nasilja.

Seksizam nije uvoz u lažnu Demokratiju zapadni Zemalja. Žene koje su odgojene u ovim Demokratijama su akteri u ove ratne logike, kolonozacije i explotacije u sopstvenim Zemljama. Prihvatanjem te ratne logike onepodržavaju rasistićku propagandu i profitiraju od nje.

Nećemo dosvoliti niti ućestovati u toj prljavoj igri razdvajajanja sekzizma, inter-,trans-,homo- diskriminazije, rasizma, antiromaizma, islamofobije i ableizma jedno od drugoga.

Žene u Rojava su dobar primer za žene koje se bore protiv kolonijaliztićki, fašistickih državnih moći. Borba poćinje sa solidarnošću ismeđu nas. Branimo sebe i druge i borimose sa slobodu i pravdu.

Pozivamo sve žene naroćito radnićku klasu (sa ili bez dozvole za rad) da se bore protiv kapitalistićke Patriarhije i da imaju pravo da same odlućuju o svim sferama života.

Za društvo bez kolonijalizma i kapitalizma

 

8th-march-dari-translation

Wir nehmen uns die Macht zurück!

Als Frauen* sind wir entschlossen, in vorderster Reihe zu kämpfen. Das Patriarchat ist die Basis des imperialistischen und kapitalistischen Systems, welches auf der weißer männlicher Herrschaft beruht. Wir sind Frauen*, die sich gegen dieses System der Ausbeutung und Unterdrückung wehren.

Als Frauen*, die Krieg erfahren haben, die geflohen sind, die im Exil oder migriert sind, leisten wir Widerstand gegen die körperliche, psychologische und mentale Ausbeutung und Erniedrigung. Besonders Refugee Frauen*, die in Europa ankommen, stehen einem faschistischen Asylsystem gegenüber, welches sie in Lager zwingt, die keine Privatsphäre bieten und gleichzeitig isolieren. Dies führt dazu, dass Frauen* abermals allen Formen von Gewalt im privaten und öffentlichen Raum preisgegeben sind.

Sexismus ist nicht in die westlichen Schein-Demokratien importiertet. Auch Frauen*, die in diesen “Demokratien” aufwachsen, sind Akteure in der Logik ihrer Staaten, die aus Krieg, Kolonialismus und Ausbeutung besteht. Diese Frauen stimmen dieser Kriegslogik zu, verbreiten sie rassistische Propaganda und profitieren davon.

Wir werden diese Spaltung nicht zulassen und uns nicht an diesem bösen Spiel beteiligen, das Sexismus, Inter-Trans-Homo Diskriminierung, Rassismus, Klassismus, Antiromaismus, anti-muslimischer Rassismus und Ableism voneinander trennt.

Die Frauen* in Rojava sind ein gutes Beispiel für Frauen*, die gegen kolonialistische und faschistische Staatsmächte kämpfen. Die kurdischen Frauen in Nord-Kurdistan (Bakur) also im türkischen Teil von Kurdistan kämpfen für Selbstverwaltung und leisten seit Monaten eine starke Verteidigung gegen eine militärische Übermacht aus Militär und Söldnern.

Widerstand beginnt, wenn wir solidarisch miteinander sind und uns selbst und andere verteidigen und für die Freiheit auf der Grundlage von Gerechtigkeit kämpfen.

Wir rufen Frauen*, insbesondere proletarische Frauen (mit und ohne Papiere) dazu auf, gegen das kapitalistische Patriarchat zu kämpfen und in all ihren Lebensbereichen selbst zu bestimmen.

Für eine Gesellschaft ohne Kolonialismus und Kapitalismus!

Dienstag 08.03.2016
Demonstration: 15.30 – Kottbusser Tor/Reichenberger Strasse (nur FLTI* = FrauenLesbenTransInter*)
Rally: 17.00 – O­ranienplatz

Lets make puppets together

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From tomorrow, tuesday, 1.3. until Friday morning, we will be at the Radical queer wagenplatz KANAL making puppets for our demo on the 8th of March – the International Women’s day of Struggle. Our friend and puppeteer Karol Silva will be also having a workshop for the children who live in kanal and all our friend’s children, during which they will create their own puppets. Come by!

When: 1.3. – 4.3 from 14h – 18h

Where: Kanal – kiefholzstrasee 74

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***Pizza, Info, Fire, NETWORKING***

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InfoFlyer

When: sunday 28.02, 2:00 pm on
Wo: Radical queer wagenplatz KANAL (kiefholzstrasee 74)

as most of you know by now, We are under acute threat of eviction. this is
not only a fight about our home but also a fight for a self-determined
political queer space which is majority Refugees, Migrants, Black people,
Rrom_nja and people of Color who are living together based on the
uncompromising fight against any kind of state power such as racism,
classism, sexism, inter*trans* and homo discrimination.
Connecting to that we invite you to come over to network, strategize, get
Updates about our situation and general politics, develop ideas and
organize next steps.
all above plus PIZZA and FIRE!
We wanna start with pizza around 2pm and continue with meeting around 4-5 pm.

Against concentration camps!
Against displacement!
Against deportation!
Defend self-determined living spaces!

Radical Queer wagenplatz KANAL

(this is not a public event. so please spread the word in your trusted
circles and invite your friends.)

+++ KANAL is not a place to deal with any kind of cultural appropriation.
So Zero Tolerance with rascism, Sexism, Inter/Trans*/homo discrimination
and other bullshit.+++

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(Deutsch unten)

Political Statement of Radical Queer Wagon Place KANAL

Or  „What happend in KANAL in last one and half year“

For about 30 years “Wagon Place Kanal” existed as a political space that was previously known as “Wagenplatz Schwarzer Kanal”. In the history of Kanal there have been many changes:
First, cis women stood up against cis men in a male dominant wagon scene and cis male dominated space. As a result, all cis men moved out and Kanal became a cis woman and lesbian-only place.
Then Trans* people came and claimed their space, so Kanal became a FLT*I* place. As discussions went on and with the realization that there are more forms of discrimination such as class, race, paper, citizenship, abilities and etc, Kanal changed their name to include “radical queer wagenplatz”, but still continued to be a white dominant space.
The people living in the space were almost exclusively white and German. There have also been BPoC in this place but all of them moved out after a while. Events were mainly visited by white people.  The attempts of changing this failed, obviously, because the group continued to be dominantly white. Even though the group knew of the critiques from the BPoC community, they didn’t manage to ask deeper questions, like “what could be the problem?” and didn’t understand how their own behaviour excluded BPoC and reproduced racism.

So in the summer of 2014, the old group(s) developed into who Kanal is now. This was initiated by BPoC that came to live in the place and were not willing to deal with the racism.
Considering that this is a feminist and queer space with a certain awareness it should have been possible to communicate about the dangers of a white dominant space within a white supremacist society. This type of environment easily reproduces/represents structural racism in daily and political interactions. Just because one is left radical doesn’t mean that they are feminist. Or because one is a lesbian, it doesn’t mean they can’t be transphobic. Following this train of thought, as a white person, just being queer and/or a feminist doesn’t mean one can’t be racist or classist. What it does mean though, is that white queer people benefit from this system and have the privilege to pretend not to belong to the problematic group of racist white people because they are a bit oppressed. Access to education, knowledge, finances and even society is there. This is called privilege. Since racism is not a single topic but a historically established violent colonial reality, it comes with a brutal intersectional oppression of gender, class, etc..

    Charity Politics

The instrumentalisation of BPoC by white people in order to show their political correctness is not a new phenomenon. Visible in all aspects of life within a white supremacist society are the effects of charity politics, which are not in favor of deconstructing power but places people in an unsafe, unstable, victimized position.

There are a lot of misconceptions about solidarity and charity and these words are often used as synonyms but charity is a colonialist tool to continue the systems of oppression. Solidarity is a challenging and complex process. Especially in a neoliberal context, misunderstanding freedom not based on collective justice but on individual satisfaction. Just attaching a ”Refugees Welcome” button, investing some money and intellectually flirting with the thought of “helping”, while staying totally ignorant to the matters of BPoC doesn’t equal being in solidarity with an anti-racist struggle. This leads to keeping the power and dominance and profiting from it.

Charity politics are not just practiced by associations but also by individuals and communities – and Kanal, while it was a white dominant queer space, was not an exception.

Boycott

This issue was almost invisible until a few BPOCs moved to Kanal, about one and a half year ago. They wanted this place to be more than just a temporary “Soli” situation. They thematized and discussed the problem of white power structures used by white individuals, while living together and tried to achieve changes. This was the beginning of a long and hard process of calling out racism and classism, while facing lots of rejection.

With these events, the previously unrecognized power structure became obvious and BPOCs started to boycott the plenary of Kanal, a weekly meeting to make consensual decisions about everything.  These meetings were also supposed to be a time for all kinds of critique and expression possible. But it gets problematic, when it leads to not pointing out personal discriminatory attitudes. Not speaking up against racist ideas or behaviours makes racism a group decision.

What is important to know is that the circumstances for BPOCs at Kanal were hard during that time. They realized their voices wouldn’t be heard and the only way to politically fight was to boycott as a political tool. This process meant serious conversations, in which BPOCs had to explain that continuing the plenum without them and pretending nothing had happened, did not aline with the feminist and/or queer values that the Wagenplatz claimed. With this pressure and with some serious resistance, they got the white people to realize there wouldn’t be any decision making on anything without BPOCs.

The first reaction of white people were intense “white/class reflection” meetings for a few months that were attended by most of the white people of the Wagenplatz, showing strong interest in the topic and claiming to deal with the critique. In these meetings, the discussions often failed because of an immense level of personal discomfort.

After boycotting the plenary, which was the first step to reject the white dominance, BPOC decide to end the boycott, reclaim their space and started to question why other QTI*BPOC don’t feel safe at Kanal as a “radical queer” space. We needed practical changes. Politicizing the Kanal was a priority and the first thing to start with was the problematic name of the place – which didn’t get a lot of objection. The other demands of BPOC was stopping cultural appropriation as a radical anti-racist politic, which seemed to be more challenging because of targeting not just a collective awareness but also strongly individual awareness and responsibility. Cultural appropriation was the breaking point for the whole conflict and process taking place at KANAL.

    Why calling the place „schwarzer (black) kanal“had a racist meaning?

Challenging racist languages and terms has laid the anti-racist movement open to being accused of attempting to be the “thought police”, curtailing free speech and denying common sense. If one of the key aspects of radical community work is to challenge racism and reclaim lost history – which has been the history of Black people for centuries – then part of this has to include an analysis of how language has been used to demean groups of people.

However the confusion of the Left on anti-racism and political correctness is an altogether tragic affair in that the fear of challenging racist language has also led to a fear of challenging the assumptions built into our ordinary use of language and its implications.
In an examination of language, it would be logical to use a term like blackboard if the board was black; however, terms like ‘blacklist’ and ‘blackmark’ have connotations which are negative. Even the word Black block, which comes from anarchist color tradition, is about illegality – which is represented by the word ‘black’. Denying ‘Black’ as political identity is part of de-radicalizing the anti-racist struggle. Understanding the political meaning of the term Black is a necessary step for anyone interested in working towards an anti-racist agenda.

    Why stopping cultural appropriation is a radical anti-racist politic?
In reality, capitalism has turned Indigenous, Black and POC cultural items and customs — which are usually born of precolonial legacy and historical trauma, resilience, and survival — into an economic/social/political currency that in no way benefits the groups from which they were stolen. This is called cultural appropriation. A deep understanding of cultural appropriation refers to a particular power dynamic in which members of a dominant culture take elements from a culture of people who have been systematically oppressed by that dominant group.

That’s why cultural appropriation is not the same as assimilation, when marginalized people adopt elements of the dominant culture in order to survive conditions that make life more of a struggle if they don’t. Marginalized groups don’t have the power to decide if they would prefer to stick with their customs or try on the dominant culture’s traditions just for fun/coolness. In other words, context matters.

For many people, barriers like classism or racism mean they don’t have the right look, language, or position of privilege to earn income with their culturally specific tools – and yet oftentimes, white people can turn those same culturally specific tools into profit, thereby hurting the community they’re borrowing from. It’s a complicated issue that includes our histories, our current state of affairs, and our future, as we act to eliminate oppression, instead of perpetuating it.

One of the main objections to avoiding cultural appropriation comes down to “free speech.” You should have the right to express yourself however you want to – and you do. Nobody can force you to stop taking things from other cultures. The marginalized people whose cultures are appropriated don’t have the institutional power to force you to stop, even if they wanted to. But claiming that the dominant culture has a right to take freely from oppressed groups sounds a lot like the lie of the “white man’s burden” from the past. Colonizers used this concept to claim they had a “duty” to take land, resources, and identity from Indigenous people – trying to justify everything from slavery to genocide.

We have a lot of work to do to heal from the impact of oppression from the past through present day. Many examples of cultural appropriation may seem like not a big deal, or like we should have “more important” things to worry about. As long as the oppressed people don’t have the possibility to claim justice, the freedom is just a privilege of people who enjoy being in a dominant power position. A freedom which isn’t based on justice, only works out in favor of neo-liberalism.

Changing oppressive everyday norms is a huge part of the work. It’s one of the ways we can help stop the way society dehumanizes, erases, and ostracizes BPOC.
If the choice is between your freedom to wear a costume because it could be fun, or an ethnic group’s ability to maintain the sacredness of a tradition that helps them resist harm, skipping the costume could put you more on direction of anti-oppression. This is the sort of racism that people, on an individual basis, can recognize and interrupt.

    white reaction; leaving the place

Whenever it is about changes, the first reaction is resistance. Deconstructing and/or loosing power are consequences of this – which privileged people who have benefited from the structure before, are not used to. Changes confront people and make positions more visible. People who are slightly marginalized like white queer people and/or the white autonomous scene have a very hard time accepting that they could be in a power position which we already know from decades of political struggle. Today fighting for a BPOC dominant “safer space” gets the same rejection from the power-side of the scene like trying to create women* “safer spaces” in the 80s. So the new Kanal group, mostly BPOC, brought the new and overdue changes into the space and got similar cliché reactions from white people.

Change needs clear words and honesty. Being confronted with strong critique from BPoC in the group made white people feel attacked. Apparently they felt treated unfairly and marginalized for being white, suddenly forgetting that the one in power cannot be oppressed. What is dealing with personal critique compared to experiencing structural racism on a daily basis?

The result of all this was masses of white people leaving the wagon place. Even though Kanal was a well-known place in Berlin’s autonomous scene and in the white queer scene, when the community shifted from a white dominant to a BPOC dominant space, we lost most of the support from the white Berlin left and queer scenes and no one approached us directly to ask what is going on. For those not living here, the only trustworthy, reliable source of information seemed to be the white people who moved out. This is not only stunning, it is showing white networks and white solidarity at work against the BpoC so called „intruders“.
The same white people who preach intersectionality in their events without living  it, are the ones who backed off from supporting a space, that radically changed to become a truly intersectional community, be
cause it brings discomfort to their white discourse. Either labeling the changer with aggressive, emotional, too radical and etc. or attacking, ignoring, rejecting or even resenting them. Reducing the critique and struggle to personal and irrational outbursts is an old-known oppressive tool.

After the many white people moved out, their privileges were visible. They had access to education, Knowledge and also finances which they do not (did not) want to transfer and keep/kept it as a tool to keep the power. If BPOC want to take it, it is not happening without any fight.
Fortunately, loosing the support we had, led to gaining more solidarity from BPOC communities, especially QT*I*BPOC based on mutual political experiences/perspectives/fights, which is giving us hope to continue the struggle.

    new gruppe/reorganization

So re-organizing a wagon place is very challenging. Because also BPoC are influenced by white supremacists, and there is always the risk of reproducing the behaviour of white society. Not falling into the system of reproduction means that everyone has to be aware of their own privileges. And also act on them in their daily life. Otherwise it just stays theoretical, as it was with the white people.

There is not just one way of thinking, or doing something. We are individuals, coming together in a collective. That means also the dynamics have to stay in motion. Therefore we as BPoC also need political awareness and the courage to criticize and empower each other.

    Kanal as a radical political space

Now in KANAL we are mostly refugees and migrants, Black people, PoC and Rrom_nja, from different political, social and class backgrounds, with different perspectives and activist experiences. We, people from Radical Queer wagon place KANAL want to build a possibility to empower specially marginalized people to reclaim the power, connect, mobilize and organize for political struggle. We need to raise awareness to shake the left movement from it’s race, class and gender privileged perspectives.

This statement is a start toward speaking about our perspectives as the living group of Kanal. Kanal is not just our Home but also a space for political projects, events and groups. We have nice community wagons and a lot of outside space to share. We want to have real exchange. Feel free to come to us, discuss with us and share your ideas. Especially now that we are threatened by eviction (see the info blatt or other infos on kanal.squat.net) we want to fight with people who are politically convinced from our politics and space. You can contact us by kanal@squat.net.

Berlin, february 2016

Radical Queer Wagon place Kanal

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Politisches Statement des Radical Queer Wagonplatzes KANAL
Oder „Was in den letzten anderthalb Jahren auf dem KANAL passiert ist.“

Seit ungefähr 30 Jahren existiert der „Wagenplatz Kanal“ als politischer Raum, der vor kurzem noch als der „Wagenplatz Schwarzer Kanal“ bekannt war. In der Geschichte des Kanals gab es viele Veränderungen: Cis-Frauen haben sich gegen Cis-Männer in einer männlich dominanten Wagenszene aufgelehnt; als Resultat sind alle Cis-Männer ausgezogen und der Kanal wurde zu einem Platz nur für Cis-Frauen und Lesben. Dann sind Trans*Menschen dazu gekommen und haben sich ihren Platz erkämpft, also wurde der Kanal ein FLT*I*-Platz. Je mehr geredet wurde, umso mehr gab es die Feststellung, dass es auch weitere Formen von Diskrimierung gibt, wie etwa auf den Grundlagen von Klasse, Race, Papiere, Staatsangehörigkeit, körperlichen Möglichkeiten, etc, weswegen der Name zwar in radical queer wagenplatz (dt. Radikaler Queerer Wagenplatz)  geändert wurde, aber weiterhin ein weiß dominierter Raum geblieben ist.

Die meisten Leute, die auf dem Kanal gelebt haben, waren weiß und deutsch. Es gab auch BPoCs auf dem Platz, die aber alle wieder relativ schnell ausgezogen sind. Auch die Events wurden meist von weißen Leuten besucht. Versuche das zu ändern haben offensichtlich nicht funktioniert, denn die Gruppe blieb weiß. Obwohl sie wussten, dass es von der BPoC-Community Kritik gab, haben sie eine tiefere Auseinandersetzung nicht hinbekommen (wie z.B. was das Problem sein könnte) und haben nicht verstanden, wie ihr eigenes Verhalten BPoCs ausgeschlossen und Rassismus reproduziert hat. Die Entwicklung von der alten Gruppe zu der heutigen hat im Sommer 2014 angefangen, angeführt von den BPoCs, die auf den Kanal gezogen sind und nicht mehr bereit waren den Rassismus zu tragen.

Es handelt sich hier um einen feministischen und queeren Raum, in dem ein gewisses Bewusstsein vorhanden ist. Deshalb sollte man davon ausgehen können, es sei möglich, über gewisse Gefahren eines weiß dominanten Raums in einer weiß dominanten Gesellschaft, der ganz einfach strukturellen Rassismus in alltäglichen und politischen Interaktionen reproduziert/repräsentiert, zu sprechen. Nur, weil jemand linksradikal ist, heißt es nicht, dass die Person auch feministisch ist oder weil jemand lesbisch ist, heißt es nicht, dass diese Person nicht transphob sein kann. Diesem Gedankengang folgend, als eine weiße Person queer und/oder feministisch zu sein, heißt nicht, dass die Person nicht rassistisch/klassistisch sein kann. Was es aber doch heißt, ist, dass weiße queere Menschen von diesem System profitieren und das Privileg haben so zu tun, als gehörten sie nicht zu dieser problematischen Gruppe von rassistischen weißen Menschen, weil sie ein bisschen unterdrückt werden. Zugänge zu Bildung, Wissen, Finanzen und sogar zur Gesellschaft sind da. Das nennt sich Privilegien. Rassismus ist kein einzelnes Thema, sondern eine historisch etablierte, gewaltvolle koloniale Realität, und tritt mit brutaler, intersektioneller Unterdrückung auf Grundlage von Geschlecht, Klasse, etc auf.

Wohltätigkeitspolitik

Die Instrumentalisierung von BPoCs durch weiße Leute, die damit ihre politische Korrektheit zeigen wollen, ist kein neues Phänomen. Sichtbar in jedem Aspekt des Lebens in einer weiß dominanten Gesellschaft, sind die Konsequenzen von Wohltätigkeitspolitik, die nicht Macht dekonstruiert, sondern Leute in eine unsichere, unstabile und viktimisierte Position bringt.

Es gibt oft Missverständnisse über Solidarität und Wohltätigkeit und diese Worte werden oft als Synonyme verwendet, wobei Wohltätigkeit ein koloniales Werkzeug ist, dass Unterdrückung weiterführen soll. Solidarität ist ein schwieriger und komplexer Prozess. Besonders in einem neoliberalen Kontext wird Freiheit als individuelle Befriedigung und nicht als kollektive Gerechtigkeit verstanden. Sich nur einen „Refugees welcome“ Button anzuknöpfen, Geld zu investieren und intellektuell mit der Idee des „Helfens“ zu flirten, aber gleichzeitig komplett ignorant mit der Realität von BPoCs umzugehen, heißt nicht in Solidarität mit einem antirassistischen Kampf zu sein. Das führt nur dazu, dass weiße Menschen weiter Macht und Dominanz behalten und davon profitieren.
Wohltätigkeitspolitik wird nicht nur von Organisationen praktiziert, sondern auch von Individuen und Community. Und auch der Kanal war, als es noch ein weiß dominanter Platz war, keine Ausnahme.

Boykott

Das alles war relativ unsichtbar, bis vor anderthalb Jahren ein paar BPoCs auf den Kanal gezogen sind und wollten, dass dieser Ort mehr als nur eine temporäre „Soli“-Situation ist. Sie haben die Problematik von weißen Machtstrukturen, die von weißen Individuen benutzt werden, thematisiert und diskutiert, während sie zusammenlebten und versuchten, Veränderungen voran zu treiben. Das war der Anfang eines langen und harten Prozesses Rassismus und Klassismus zu identifizieren und viel Ablehnung zu bekommen.

Mit diesem Verständnis wurde eine nicht anerkannte Machtstruktur sichtbar und BPoCs fingen an das Plenum, welches einmal die Woche zusammen kommt, um gemeinsame Entscheidungen zu Allem zu treffen und wo alle Arten von Kritik und Ausdruck möglich sein sollten, zu boykottieren. Aber es wird problematisch, wenn es dazu führt, dass persönliches diskriminierendes Verhalten nicht angesprochen wird. Zu rassistischen Ideen oder Verhalten zu schweigen macht Rassismus zu einer Gruppenentscheidung.

Es ist wichtig zu wissen, dass die Umstände für BPoCs auf dem Kanal zu dem Zeitpunkt schwierig waren. Es wurde klar, dass ihre Stimmen nicht gehört werden und der einzige Weg politisch zu kämpfen war der Boykott als notwendiges politisches Werkzeug.  Dieser Prozess bedeutete ernste Unterhaltungen, in denen BPoCs erklären mussten, dass die Fortführung des Plenums ohne sie und so tun als ob nichts passiert wäre, sich nicht mit den feministischen und/oder queeren Werten, die der Wagenplatz für sich beansprucht, decken. Mit diesem Druck haben sie es geschafft, dass die weißen Leute es eingesehen haben, dass ohne BPoCs keine Entscheidungen getroffen werden können.

Die erste Reaktion von weißen Menschen waren intensive „weiß-sein/Klasse Reflektions-Treffen, die ein paar Monate lang von den weißen Bewohner_innen des Platze besucht worden sind, die großes Interesse an dem Thema zeigten und behaupteten, sie beschäftigten sich mit der Kritik. In diesen Treffen sind Diskussionen oft wegen starkem persönlichen Unwohlsein gescheitert.

Nach dem Boykott des Plenums, welches der erste Schritt der Ablehnung von weißer Dominanz war, haben sich die BPoC entschieden den Boykott zu beenden, ihren Platz einzunehmen und haben sich gefragt warum andere QTI*BPoC sich auf dem Kanal als „radical queer“ Raum nicht sicher fühlen. Wir brauchten praktische Veränderungen. Priorität war die Politisierung des Kanals und angefangen hat man dann mit dem problematischen Namen. Wogegen es nicht so viele Einwände gab. Die andere Forderung der BPoCs war es, cultural appropriation als radikale antirassistische Politik, zu stoppen; was schwierig schien, weil dies nicht nur auf eine kollektive Wahrnehmung zielt, sondern auch auf eine individuelle Ebene und Verantwortung generell. Konkrete Fälle von cultural appropriation  brachten das Fass des größeren Konflikts und Prozesses auf dem KANAL zum Überlaufen.

Warum ist es rassistisch den Platz „Schwarzer Kanal“ zu nennen?

Die Auseinandersetzung mit rassistischen Sprachen und Wörtern hat der antirassistischen Bewegung den Ruf gegeben Gedankenpolizei zu sein, die Meinungsfreiheit einzuschränken, und Menschenverstand abzusprechen. Wenn die Auseinandersetzung mit Rassismus und das Zurückgewinnen von verlorener Geschichte – nämlich der Geschichte Schwarzer Menschen durch die Jahrhunderte – Schlüsselaspekte der radikalen Communityarbeit sind dann muss die Art, wie Sprache benutzt worden ist um Gruppen von Menschen zu erniedrigen, Teil der Analyse sein. Die Verwirrung der Linken um Antirassismus und politische Korrektheit ist eine tragische Angelegenheit, da die Angst vor der Auseinandersetzung mit rassistischer Sprache auch zu einer Angst vor der Auseinandersetzung mit der Herausforderung von Annahmen, welche unserem alltäglichen Gebrauch von Sprache zugrunde liegen, führt. Wenn wir uns Sprache genau angucken, wäre es logisch Wörter wie „blackboard“ zu benutzen, wenn die Tafel tatsächlich schwarz wäre, allerdings haben Wörter wie „Schwarzlistung“ und „blackmark“ eine negative Konnotation. Auch das Wort „Schwarzer Block“ soll aus anarchistischer Farbtradition heraus auf die Illegalität hindeuten, mit welcher die Farbe des Begriffes Schwarz assoziiert wird.  Die Verweigerungshaltung „Schwarz“ als politische Identität anzuerkennen, ist Teil der Deradikalisierung des antirassistischen Kampfes. Die politische Bedeutung des Wortes „Schwarz“ zu verstehen ist ein notwendiger Schritt für alle, die Interesse an einer antirassistischen Agenda haben wollen.

Warum ist das Beenden von cultural appropriation eine radikale antirassistische Einstellung?

In der Realität hat der Kapitalismus  Indigene, Schwarze und PoC kulturelle Gegenstände und Traditionen, welche üblicherweise aus vorkolonialem Erbe und historischem Trauma, Widerstandsfähigkeit und Überleben entstanden sind, in eine ökonomisch/soziale/politische Währung umgewandelt von denen die bestohlenen Gruppen in keinster Weise profitieren. Das nennt sich cultural appropriation. Cultural appropriation weist auf eine besondere Machtdynamik hin, in der sich Mitglieder einer dominanten Kultur Elemente einer von ihnen systematisch unterdrückten Gruppe aneignen. Deswegen sind cultural appropriation und Assimilierung nicht dasselbe. Es ist nicht dasselbe, wenn sich marginalisierte Menschen Elemente der dominanten Kultur aneignen, um Situationen zu überleben, die das Leben zu einem größeren Kampf machen, wenn sie es nicht täten. Marginalisierte Gruppen haben nicht die Macht zu entscheiden, ob sie ihre Traditionen behalten oder die der dominanten Gruppe nur aus Jux ausprobieren möchten. Mit anderen Worten, der Kontext ist wichtig.

Für viele Leute bedeuten Barrieren wie Klassismus und Rassismus, dass sie nicht das richtige Aussehen, die richtige Sprache oder Position haben, um mit ihren spezifischen kulturellen Gütern etwas zu verdienen, während weiße Leute eben diese in Profit umwandeln und dabei der Community schaden, von der sie es nehmen. Es ist ein kompliziertes Thema, was unsere Geschichten, aktuelle Situation  und unsere Zukunft beinhaltet, während wir versuchen Unterdrückung zu eliminieren, statt es aufrechtzuerhalten.

Eine der Haupteinwände um Diskussionen zu cultural appropriation zu vermeiden, dreht sich um „Meinungsfreiheit“. Du solltest das Recht haben dich so auszudrücken wie du willst – und du tust es auch. Niemand kann dich davon abhalten Dinge aus anderen Kulturen zu nehmen. Die marginalisierten Menschen haben nicht die institutionelle Macht dich zu stoppen, selbst wenn sie wollten. Aber so zu tun als ob die dominante Kultur das Recht hat sich einfach alles von der unterdrückten Gruppe zu nehmen hört sich stark nach der Lüge der „white men’s burden“ aus vergangenen Zeiten an. Kolonisatoren haben dieses Konzept benutzt um zu rechtfertigen, dass sie die „Pflicht“ hatten das Land, Ressourcen und Identität von indigenen Menschen an sich zunehmen – der Versuch, von Sklaverei bis hin zu Genozid alles zu rechtfertigen.

Wir haben viel Arbeit vor uns, um von den Folgen von Unterdrückung aus der Vergangenheit bis heute zu heilen. Viele Bespiele der cultural appropriation scheinen vielleicht nicht wichtig, oder so, als sollten wir „wichtigere Dinge“ zu tun haben. Solange unterdrückte Menschen nicht die Möglichkeit haben Gerechtigkeit zu fordern ist Freiheit das Privileg von Menschen in Machtpositionen. Eine Freiheit, die nicht auf Gerechtigkeit aufgebaut ist funktioniert nur für den Neoliberalismus.

Ein Großteil der Arbeit besteht darin, unterdrückendes Verhalten im Alltag zu verändern. Das ist eine Möglichkeit, gegen die Arten vorzugehen, auf welche BPoCs gesellschaftlich dehumanisiert, ausgelöscht und geächtet werden. Wenn es etwa an Karneval um die Abwägung deiner Freiheit in der „Kostümauswahl“ gegen die Wahrung der Heiligkeit schützender Traditionen bestimmer rassifizierter Gruppen geht, bringt dich die Entscheidung, auf das Kostüm zu verzichten einen Schritt weiter auf der anti-oppression Richtung. Cultural Appropriation ist ein Teil von Rassismus, den Leute auf einer individuellen Ebene erkennen und unterbrechen können.

Weiße Reaktion, Verlassen des Platzes

Wann immer es Veränderungen gibt ist die erste Reaktion Widerstand. Dekonstruktion und/oder Machtverlust sind Konsequenzen, die Menschen, die von solch einer Struktur profitiert haben, nicht gewohnt sind. Veränderungen konfrontieren Menschen und machen Positionen sichtbar. Leute, die ein bisschen marginalisiert sind wie weiße queere Leute und/oder weiße autonome Szene haben wirklich Schwierigkeiten zu akzeptieren, dass sie theoretisch in einer Machtposition sein könnten, was wir natürlich aus Jahrzehnte langem politischen Kampf kennen. Heute für BPoC dominante „safer spaces“ zu kämpfen verursacht die gleiche Ablehnung der machtvollen Szene wie als in den 80’ern versucht worden ist Frauen*-only-spaces zu schaffen. Also hat die neue Kanal Gruppe, größtenteils BPoC, diese neuen und überfälligen Veränderungen in den Platz getragen und hat ähnliche klischeehafte Reaktionen von weißen Menschen bekommen.

Veränderungen brauchen klare Worte und Ehrlichkeit. Weiße Leute haben sich von der starken Kritik von BPoCs attackiert gefühlt. Anscheinend haben sie sich unfair behandelt und marginalisiert gefühlt (weil sie weiß sind) und komplett vergessen, dass Menschen in Machtpositionen nicht unterdrückt werden können. Was ist schon die Auseinandersetzung mit persönlicher Kritik verglichen mit der täglichen Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus?

Das Resultat war ein Massenauszug weißer Leute. Obwohl der Kanal ein sehr bekannter Ort in Berlins autonomer  und weißer queeren Szene war, haben wir durch die Veränderung des weiß dominanten Platzes hin zu einem BPoC dominanten Platz den größten Teil der Unterstützung der linken und queeren Szene verloren. Auch hat uns aus diesen Kreisen darauf angesprochen was los ist. Die einzige vertrauenswürdige und verlässliche Quelle schienen die weißen Leute zu sein, die ausgezogen sind. Das ist nicht nur verblüffend, sondern zeigt wie weisse Netzwerke und Solidarität gegen sogenannte BPoC „Eindringlinge“ funktioniert. Die gleichen weissen Leute, die in ihren Events eine Intersektionalität predigen, die sie nicht leben, sind diejenigen, die ihre Unterstützung einem Ort entgezogen haben, der eine wahre intersektionale Community geworden ist, weil es sie in ihrem weißen Diskurs unwohl fühlen lässt. Entweder werden die veränderungsbringenden Menschen aggressiv, emotional, zu radikal etc, genannt oder sie werden attackiert, ignoriert, abgelehnt oder es wird ihnen übel genommen. Die Kritik und den Kampf auf persönliche und irrationale Ausraster zu reduzieren ist ein altbekannter Unterdrückungsmechanismus.

Nachdem viele weiße Menschen ausgezogen sind, sind ihre Privilegien sichtbar geworden. Sie hatten Zugang zu Bildung, Wissen und Finanzen, welche sie nicht teilen wollten und als Werkzeug für Machterhaltung behalten haben. Wenn BPoCs das für sich einfordern wollen, wird es nicht ohne einen Kampf passieren. Glücklicherweise bedeutete der Verlust bisheriger Unterstützung einen Zugewinn an Solidarität von BPoC Communities, besonders von QT*I*BPoC da es hier ein gegenseitiges Verständnis von politischen Erfahrungen/Perspektiven/Kämpfen gibt, was uns Hoffnung gibt weiter zu kämpfen.

Neue Gruppe/ Umstrukturierung

Die Umstrukturierung eines Wagenplatzes ist kompliziert. Da auch BPoCs von einer weiß dominanten Gesellschaft beeinflusst sind, gibt es immer die Gefahr weißes Verhalten zu reproduzieren. Nicht in ein System der Reproduktion zu verfallen bedeutet, dass jede Person sich ihrer Privilegien bewusst sein und damit im Alltag sinnvoll umgehen muss. Andernfalls bleibt es wieder nur Theorie, wie bei den weißen Leuten.

Es gibt nicht nur eine bestimmte Art und Weise zu Denken oder Dinge zu tun. Wir sind Individuen, die in einem Kollektiv zusammen kommen. Das bedeutet auch, dass wir beweglich bleiben müssen. Dafür brauchen wir als BPoC ein politisches Bewusstsein und den Mut einander zu kritisieren und zu empowern.

Kanal als radikaler politischer Ort

Jetzt sind wir größtenteils Geflüchtete und Migrant_innen, Schwarze Menschen, PoC und Rrom_nja auf dem KANAL, die von unterschiedlichen politischen, sozialen und Klassenhintergründen mit verschiedenen Perspektiven und aktivistischen Erfahrungen kommen. Wir, die Leute  vom Radical Queer wagon place KANAL  wollen eine Möglichkeit schaffen besonders marginalisierte Menschen zu empowern und Macht zurückzunehmen,  uns zu vernetzen, zu mobilisieren und in einem politischen Kampf zu organisieren. Wir müssen Bewusstsein stärken, um die linke Szene von ihrer race-, klassen- und genderpriviligierten Perspektiven wach zu rütteln.

Dieses Statement ist ein Anfang, um über unsere Perspektive als auf dem Kanal lebende Gruppe zu reden. Der Kanal ist nicht nur unser Zuhause, sondern auch ein Ort für politische Projekte, Events und Gruppen. Wir haben schöne Community Wagen und viel Platz zum Teilen. Wir wollen einen echten Austausch. Kommt vorbei, diskutiert mit uns und teilt eure Ideen. Besonders jetzt wo wir von einer Räumung bedroht sind (siehe Infoblatt oder mehr Infos auf www.kanal.squat.net)

Wir wollen mit Menschen kämpfen, die politisch von unserer Politik und Platz überzeugt sind. Du kannst uns über kanal@squat.net erreichen.

Berlin, Februar 2016

Was wir nicht unterschreiben:

Standard

Das sind die Teile aus dem Vertrag, den wir vom Liegenschaftsfonds am 3. Februar 2015 erhalten haben. Der Vertrag kam als Mailanhang mit folgendem kurzen Text:

3. february 2015

Sehr geehrte Frau…, sehr geehrte Frau…, sehr geehrte Frau …,

im Vorfeld des für morgen um 11 Uhr vereinbarten Gesprächstermins zu den Konditionen für den Abschluss einer Nutzungsvereinbarung über die Fläche in der Kiefholzstraße 74 überlassen wir Ihnen vorab den unterschriftsreifen Vertragsentwurf.

Eventuell auftretende Fragen könnten dann morgen direkt besprochen werden.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Hörnke
Vermarktung/ Vermietung

Liegenschaftsfonds Berlin GmbH & Co. KG
Warschauer Str. 41/ 42
10243 Berlin

 

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Nach unserem Protest war dies der nächste Entwurf, den wir erhalten haben.

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